Druckwerte

Die Über- und Unterdruckmessungen von thermoplastischen Schläuchen variiert von Land zu Land und von Hersteller zu Hersteller. Es gibt für diese Produkte keinen einheitlichen ISO Standard und die generelle Regelung von Gummischläuchen, dass der Betriebsdruck 1/3 des Berstdrucks sein soll, kann für thermoplastische Materialen nicht angewandt werden.
Zahlreiche Hersteller benennen die angewandte Prüfmethode nicht, noch wird erklärt, wie die angegeben Über- und Unterdruckwerte zu verstehen sind. Daher ist es für den Anwender sehr schwer bzw. zum Teil nicht möglich, die Katalogangaben von unterschiedlichen Lieferanten miteinander zu vergleich.
Seit 2016 gilt in Deutschland die DIN 26057, welche für die Messungen von „Spiralschläuchen hergestellt aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) mit Stahldraht Verstärkung für Granulate und Pulver.“
NORRES gibt für AIRDUC® und PROTAPE® Schläuche Über- und Unterdruckwerte gemäß der deutschen DIN 26075 an. Zusätzlich zeigen wir in manchen Fällen auch Druckwerte in Klammern, die den Überdruck bei Kurzzeitbelastung mit 25 % und 50 % Dehnung sowie Vakuumwerte für ca. 1 m lange, axial fixierte Schlauchlängen nah dem Kollabieren angeben, so wie es andere Hersteller auch angeben.

 

Messung des Druckwiderstandes gemäß ISO 1402 und deutscher DIN 26057:

  • Prüfeinrichtung: Druckerzeuger, welcher einen Mediendruck von mindestens 6 bar erzeugt. Probekörper, Schlauchlänge, welche zwischen den Schlauchstutzen / Armaturen eine freie Länge von 1.000 mm aufweist.
  • Konditionierung: Die Prüfung darf frühestens 24 h nach Fertigung der Schlauchlänge durchgeführt werden. Die Probekörper müssen mindestens drei Stunden vor Prüfungsbeginn bei Raumtemperatur konditioniert werden.
  • Durchführung: Die Probekörper werden in die Prüfvorrichtung eingespannt, indem die Schlauchenden auf die Stutzen aufgeschoben werden und mittels passender Schlauchschellen befestigt werden, ohne den Schlauch zu beschädigen. Mittels der Schlauchschellen muss der Prüfkörper sicher und dicht auf den Stutzen befestigt werden. Die freie Schlauchlänge zwischen den Stutzen muss 1.000 mm betragen. Der Prüfkörper muss gestreckt und so gerade wie möglich ausgerichtet in der Prüfvorrichtung liegen. Die Prüftemperatur muss der Raumtemperatur entsprechen. Als Druckfestigkeit gilt der eine Minute unverändert anstehende Druck, bei dem eine Längung des Schlauches von 10 % nicht überschritten wird. Die entsprechenden Druckfestigkeitswerte sind anzugeben. Die Prüfanforderung von maximal 10 % Längung kann dazu führen, dass für die Schläuche des Typs 1 bauartbedingt keine Werte ermittelt werden können.
  • Prüfergebnisse: Als Prüfergebnis wird der Überdruck in bar bei einer Schlauchlängung von 10 % gemessen. Zusätzlich zeigen wir manchmal in Klammern Druckwerte für kurzzeitige Belastung mit 25 bis 50 % Schlauchlängung, wie es auch einige andere Hersteller tun, wir raten aber davon ab die Produkte unter diesen Bedingungen einzusetzen.



Messung des Vakuumwiderstandes gemäß deutscher DIN 26057:

  • Prüfeinrichtung: Vakuumpumpe für Prüfmedium Luft, mit der ein absoluter Druck von 0,2 bar (−0,8 bar Vakuum) bei einer gleichmäßigen Evakuierung erreicht wird, Probekörper mit einer Schlauchlänge, welche zwischen den Schlauchstutzen eine freie Länge von 1.000 mm aufweist.
  • Konditionierung: Die Prüfung darf frühestens 24 h nach Fertigung der Schlauchlänge durchgeführt werden. Die Probekörper müssen mindestens drei Stunden vor Prüfungsbeginn bei Raumtemperatur konditioniert werden.
  • Durchführung: Der Probekörper wird in eine Prüfeinrichtung eingebaut, indem der Schlauch auf die Prüfstutzen aufgeschoben und mittels Schlauchschellen befestigt wird ohne den Schlauch zu beschädigen. Der Prüfkörper muss gestreckt und so gerade wie möglich ausgerichtet in der Prüfvorrichtung liegen. Der Außendurchmesser der Prüfstutzen entspricht dem Innendurchmesser des Probekörpers und ist so ausgeführt, dass das Prüfmedium während der Prüfung hier nicht austreten kann. Ein Prüfstutzen ist starr mit der Prüfeinrichtung verbunden und nicht drehbar. Der andere Prüfstutzen ist drehbar gelagert, eine Verdrehung des Probekörpers während der Prüfung ist somit möglich. Der Schlitten ist leichtgängig gelagert, somit ist eine Längenänderung des Probekörpers während der Prüfung möglich. Als Vakuumfestigkeit gilt der eine Minute unverändert anstehende Druck, bei dem eine Kürzung des Schlauches von 10 % nicht überschritten wird. Die entsprechenden Vakuumfestigkeitswerte sind anzugeben. Die Prüfanforderung von maximal 10 % Kürzung kann dazu führen, dass für die Schläuche des Typs 1 bauartbedingt keine Werte ermittelt werden können.
  • Prüfergebnisse: Als Prüfergebnis wird das Vakuum in bar bei einer Schlauchkürzung von 10 % gemessen. Zusätzlich zeigen wir manchmal in Klammern Vakuumwerte für 1 m gerade und axial fixierte Schlauchlängen nahe am Kollabieren, wie es auch einige andere Hersteller tun, wir raten aber davon ab die Produkte unter diesen Bedingungen einzusetzen. Bauartbedingt können bei einigen PROTAPE® Schläuchen mit Wandstärken von 0,4 bis 0,6 mm die 10 % Schlauchkürzung nicht gemessen werden und in diesen Fällen geben wir empfohlene Betriebsgrenzwerte an.

 

 

Technische Änderungen vorbehalten.

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